Zu König Augusts Zeiten lebten die Hofnarren Schmiedel und Fröhlich an dessen Hofe und trieben allerlei Späße. Wenn man in Moritzburg spazieren geht, kann man diese Beiden noch heute auf dem Dach des Landgestüts sehen. Eine Sage erzählt uns, wie es dazu kam.
Lisa
Die Sage von Schmiedel und Fröhlich
Am Dresdner Hofe lebte eine alte Dame, die der gute Fröhlich wegen ihrer spitzen Zunge nicht leiden mochte. Zu ihrem Zeitvertreib erfreute sich die alte Dame an schönen inländischen und exotischen Vögeln, die sie in einer großen Voliere hegte und pflegte. Eines schönen Tages kam Fröhlich mit freudigem Gesicht zu ihr gelaufen und beschwor sie, ganz schnell mit ihm in den Garten zu kommen. Er sagte, dass er einen ganz besonders schönen Vogel unter seinem Hut gefangen habe, den er ihr schenken wolle.
Beide eilten in den Garten, Fröhlich hob vorsichtig den Hut an und bedeutete der Dame, sie solle schnell und fest zufassen. Im nächsten Augenblick war es passiert: die zarte und gepflegte Hand der Hofdame hatte keinen Vogel erfasst, sondern etwas anderes, übelst Stinkendes triefte zwischen ihren Fingern. Es gab Zeter und Mordio, eine geharnischte Beschwerde bei seiner Majestät, August dem Starken. Fröhlich wanderte ins Gefängnis, Schmiedel auch gleich mit. Während der Haft kam Fröhlich zu Ohren, dass der König zur Jagd nach Moritzburg wollte. Es gelang den beiden Narren, sich zu befreien und schnell ritten sie dem König voraus. Als die Jagdgesellschaft eintraf, schauten beide lachend über die Mauer, zappelten und schnitten Grimassen, so dass der König hellauf lachen musste. Er begnadigte die beiden Narren, befahl aber, dass man ihre Gesichter "zur ewigen Strafe" über der Mauer anbringen solle. Und so schauen sie noch heute ins Land.